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<title>Kloster Malgarten</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kloster Malgarten</span></h1>
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<p>Das <b>Kloster Malgarten</b> ist ein ehemaliges <a href="Benediktinerinnen" title="Benediktinerinnen">Benediktinerinnenkloster</a> im Ortsteil Malgarten der Gemeinde <a href="Bramsche" title="Bramsche">Bramsche</a> im <a href="Landkreis_Osnabr%C3%BCck" title="Landkreis Osnabrück">Landkreis Osnabrück</a> (<a href="Niedersachsen" title="Niedersachsen">Niedersachsen</a>). Das Kloster selbst wurde <a href="1175" title="1175">1175</a> gegründet, ursprünglich in <a href="Essen_(Oldenburg)" title="Essen (Oldenburg)">Essen (Oldenburg)</a> im <a href="Landkreis_Cloppenburg" title="Landkreis Cloppenburg">Landkreis Cloppenburg</a>. Von <a href="1194" title="1194">1194</a> bis zur <a href="S%C3%A4kularisation" title="Säkularisation">Säkularisation</a> <a href="1803" title="1803">1803</a> bestand es in Malgarten. Heute sind Kirche und Pfarrhaus in kirchlichem und die unter <a href="Denkmalschutz" title="Denkmalschutz">Denkmalschutz</a> stehenden ehemaligen Klostergebäude in privatem Besitz.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gründung_in_Essen"><span id="Gr.C3.BCndung_in_Essen"></span>Gründung in Essen</h2></div>
<p>Das Benediktinerinnenkloster wurde von den Grafen von Tecklenburg (<a href="Grafschaft_Tecklenburg" title="Grafschaft Tecklenburg">Grafschaft Tecklenburg</a>) gegründet. Das Ursprungskloster, wahrscheinlich eine Stiftung des Grafen <a href="Simon_von_Tecklenburg" class="mw-redirect" title="Simon von Tecklenburg">Simon von Tecklenburg</a> und seiner Mutter Eilika, in <a href="Essen_(Oldenburg)" title="Essen (Oldenburg)">Essen (Oldenburg)</a> brannte 1194 ab. Daraufhin wurde das Kloster in die Burg Malgarten verlegt, die den Tecklenburger Grafen gehörte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kloster_in_Malgarten">Kloster in Malgarten</h2></div>
<p>Die Burg Malgarten, fünf Kilometer nordöstlich von Bramsche an dem in die <a href="Ems" title="Ems">Ems</a> mündenden Arm des Flusses <a href="Hase_(Fluss)" title="Hase (Fluss)">Hase</a> gelegen, befindet sich an der Stelle einer frühmittelalterlichen Befestigung. Ausgrabungen von 1987 bis 1990 deuteten auf eine Siedlung hin, die aus der jüngeren römischen Kaiserzeit stammt. Die Tecklenburger Grafen errichteten hier eine Burg, die zum Kloster umgebaut wurde. Bauuntersuchungen ergaben, dass der Kirchturm aus dem 13. Jahrhundert mit drei Wänden den Burgturm weiternutzt. Lediglich die Nordwand wurde hinzugefügt. Wahrscheinliche Reste der Burg stellen außerdem ein Brunnen des 10./11. Jahrhunderts und ein Graben an der Nordmauer der Kirche dar, die beide bei <a href="Ausgrabung" title="Ausgrabung">Ausgrabungen</a> entdeckt wurden.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Klosterkirche">Klosterkirche</h3></div>
<p>Die Klosterkirche St. Johannes stammt aus der Übergangszeit von der <a href="Romanik" title="Romanik">Romanik</a> zur <a href="Gotik" title="Gotik">Gotik</a> aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Saalkirche mit barocker Ausstattung wurde mehrfach umgebaut. Eine Dreifenstergruppe stammt aus dem dritten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts. Nach einem Brand im Jahr 1490 erhielt das Langhaus spätgotische Fenster. Der Kirchturm liegt südlich des Kirchenschiffs. Er war ursprünglich größerer als der gegenwärtige. Eine Besonderheit der Kirche in dieser Region ist die barocke Stuckdecke. Sie wird dem Bildhauer Joseph Geitner zugeschrieben. Im Chor befindet sich auf Nord- und Südseite Chorgestühl aus dem Jahr 1605 mit Flachschnitzerei. Die Kanzel (um 1725) mit der Darstellung der vier <a href="Evangelist_(Neues_Testament)" title="Evangelist (Neues Testament)">Evangelisten</a> am Kanzelkorb und den <a href="Kirchenvater" title="Kirchenvater">Kirchenvätern</a> <a href="Hieronymus_(Kirchenvater)" title="Hieronymus (Kirchenvater)">Hieronymus</a>, <a href="Augustinus_von_Hippo" title="Augustinus von Hippo">Augustinus</a>, <a href="Gregor_I._(Papst)" class="mw-redirect" title="Gregor I. (Papst)">Gregor der Große</a>, <a href="Ambrosius_von_Mailand" title="Ambrosius von Mailand">Ambrosius</a> und einem Bischof (wahrscheinlich <a href="Benno_II._von_Osnabr%C3%BCck" title="Benno II. von Osnabrück">Benno II. von Osnabrück</a>) auf dem Schalldeckel stammt von <a href="Thomas_Simon_J%C3%B6llemann" title="Thomas Simon Jöllemann">Thomas Simon Jöllemann</a> (* 1670). Johann Adam Berner d. Ä. entwarf vermutlich den <a href="Prospekt_(Orgel)" title="Prospekt (Orgel)">Orgelprospekt</a> aus dem <a href="Barock" title="Barock">Barock</a>. Die <a href="Monstranz" title="Monstranz">Monstranz</a> wurde 1668 von dem Osnabrücker Goldschmied Johannes Sixtus Hartmann angefertigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Klostergebäude"><span id="Klostergeb.C3.A4ude"></span>Klostergebäude</h3></div>
<p>Von den ursprünglich drei oder vier Flügeln des Klosterbaus ist nur der Westflügel, der <a href="Konventhaus" class="mw-redirect" title="Konventhaus">Konventsflügel</a>, erhalten. Er wurde um 1230 erbaut und Anfang sowie Mitte des 18. Jahrhunderts wesentlich umgebaut. Reste spätgotischer Malereien sind am spätromanischen <a href="Kreuzgang" title="Kreuzgang">Kreuzgang</a> erhalten. 1991/1992 wurde an der Rückseite ein <a href="Fresko" title="Fresko">Fresko</a> freigelegt, das Kopf und Bischofsstab eines Heiligen zeigt. Vermutlich handelt es sich dabei um den heiligen Hieronymus. Die Decken von <a href="Refektorium" title="Refektorium">Refektorium</a> und den Wohnräumen der Äbtissin im Konventsflügel wurden 1734 und 1735 mit Stuck verziert. Ein Seitenflügel, der 1736 gebaut worden war, wurde 1893 zum großen Teil abgerissen. Südlich des Turms ist ein zweigeschossiger Anbau von 1480 erhalten. Aus der Bauzeit stammen zwei spätgotische Fenster im Erdgeschoss. Die Stuckdecke dort ist das Werk von Joseph Geitner (um 1750).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kirchenbücher"><span id="Kirchenb.C3.BCcher"></span>Kirchenbücher</h3></div>
<p>Die Kirchenbücher der Klosterkirche wurden von Heinrich Gosmann aus Stemwede abgeschrieben und verkartet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klostergeschichte">Klostergeschichte</h2></div>
<p>Nach der <a href="Reformation" title="Reformation">Reformation</a> blieb das Kloster der Benediktinerinnen bestehen, doch nahm die Zahl der Ordensfrauen erheblich ab. Das Kirchspiel Bramsche wurde nach dem <a href="Westf%C3%A4lischer_Friede" title="Westfälischer Friede">Westfälischen Frieden</a> 1648 evangelisch, das Klosterleben wurde weitergeführt. 1738 wurde das Kloster zur Abtei erhoben. 1803 wurde es aufgehoben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nach_der_Aufhebung_1803">Nach der Aufhebung 1803</h3></div>
<p>Die Klosterkirche St. Johannes wurde 1815 Pfarrkirche für die katholische Bevölkerung aus Bramsche, Achmer, Epe, Hesepe, Kalkriese und Sögeln. Das Amt Vörden nutzte die Klostergebäude ab 1817 für Verwaltungszwecke. Zwischen 1937 und 1956 wurden Teile des Klosters durch die Möser-Mittelschule aus Osnabrück (heute <a href="M%C3%B6ser-Realschule_am_Westerberg" title="Möser-Realschule am Westerberg">Möser-Realschule am Westerberg</a>) als Schullandheim genutzt. In der Zeit von 1986 bis 1987 wurden das Torhaus wie auch das Wirtschaftsgebäude als verbandliche Jugendbildungsstätte genutzt. Danach gingen die Klostergebäude nach zunehmendem Verfall in privaten Besitz über. Die Gebäude wurden grundlegend restauriert. Seit 2000 befinden sich darin die „Galerie im Kloster Malgarten“ sowie gastronomische Einrichtungen, eine Kunsttischlerei und ein Büro für Garten- und <a href="Landschaftsarchitektur" title="Landschaftsarchitektur">Landschaftsarchitektur</a>. Im Kloster Malgarten lebte und arbeitete von 1999 bis 2011<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der Osnabrücker Künstler Claus Gero Heitmann (* 1950).
</p><p>Der gebürtige Bramscher <a href="Lichtkunst" title="Lichtkunst">Lichtkünstler</a> Oliver Roth organisierte am ersten Dezember-Wochenende 2017 ein „Winterliches Klosterleuchten“ auf dem Gelände des Klosters.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kloster_Malgarten?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Kloster Malgarten</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.kloster-malgarten.de/">Website des Forums Kloster Malgarten</a></li>
<li>Stefan Eismann:&nbsp;<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=5878"><i>Malgarten</i></a> in der wissenschaftlichen Datenbank „<a href="Deutsche_Burgenvereinigung#Aktivitäten" title="Deutsche Burgenvereinigung">EBIDAT</a>“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 22.&nbsp;Juli 2021.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Susanne Wilbers-Rost: <cite style="font-style:italic">Ergebnisse archäologischer Untersuchungen im Kloster Malgarten, Stadt Bramsche</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>13</span>, 1990, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>71–81</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kloster+Malgarten&amp;rft.atitle=Ergebnisse+arch%C3%A4ologischer+Untersuchungen+im+Kloster+Malgarten%2C+Stadt+Bramsche&amp;rft.au=Susanne+Wilbers-Rost&amp;rft.btitle=Arch%C3%A4ologische+Mitteilungen+aus+Nordwestdeutschland&amp;rft.date=1990&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=71-81&amp;rft.volume=13" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotdeadurl.invalid/http://www.noz.de/artikel/285983/maler-claus-gero-heitmann-verlasst-malgarten">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.noz.de/artikel/285983/maler-claus-gero-heitmann-verlasst-malgarten">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.noz.de</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2024. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.noz.de/artikel/285983/maler-claus-gero-heitmann-verlasst-malgarten">Suche in Webarchiven</a>)</small>&nbsp;<small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small></span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">52.4475</span><span class="longitude">8.0266666666667</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:52.4475,8.0266666666667"><span title="Breitengrad">52°&nbsp;26′&nbsp;51″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">8°&nbsp;1′&nbsp;36″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
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